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DER HUFLATTICH – EIN INSEKTENIZER

Azurblauer Himmel, strahlende Sonne und ein dottergelbe Wiese!

Vollbremsung! Was ist denn das Gelbe auf dem Acker? So viel Huflattich auf einem Haufen habe ich noch nie gesehen. Gleich mehrere Stellen auf verschiedenen Wiesenstücken, toll! Ich musste gleich aussteigen, die Kamera zücken und wurde auch gleich belohnt. Komm mal mit!

Ist das nicht malerisch? Verdichtung und Auflösung von Gelbtönen zu erdigen Tönen, die man in 3D ansehen und sogar begehen kann!

Zooooom – wir kommen immer näher an die kleinen Sonnen des Huflattichs heran.

Begeistertes Insektenbrummen aller Art, von ganz unterschiedlichen Fliegen, Schwebfliegen, Käfern über Wildbienen bis zum Schmetterling: Der Huflattich ist ein echter Insektenizer 🙂

Darf ich vorstellen, hier gleich mal in einer Dreitafelprojektion die Große Holzbiene (Xylocopa violacea) in Frontansicht, Seitenansicht und Draufsicht. Diese Wildbiene fällt schon aufgrund ihrer Größe von bis zu 3 cm und durch ihren deutlich hörbaren Flug auf. Ist ja auch ein dicker Brummer!

Bei vielen Insekten ist die Bestimmung per Foto nicht einfach oder sogar unmöglich. Links eine Wildbiene und rechts eine Fliege.

So schön, wenn im Frühjahr auch die Schmetterlinge aktiv werden, wie hier der Kleine Fuchs.

Den Huflattich habe ich natürlich auch im Garten. Er liebt wechselfeuchte Erde und fühlt sich daher an Überläufen von Teichen und in zeitenweise feuchten bis nassen Kuhlen und Wiesen wohl. Trockenere Erde in der näheren Umgebung wird aber auch erobert, denn das Rhizom eines Huflattichs – die Schaltzentrale der Pflanze – kann seine Ausläufer bis zu zwei Meter zur Seite ausbreiten und die Wurzeln von 60 cm bis zu 2,5 Meter in die Tiefe treiben.

Mein Gartenweg entlang des Teiches wurde daher an einer Stelle klammheimlich von diesem Schelm untergraben. Immer wieder tauchte er auf der anderen Seite auf! Ich habe ihm daraufhin Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria) und Gewöhnlichen Wasserdost (Eupatorium cannabinum) vor die Nase gepflanzt, denn zu dichter, höherer Bewuchs und Beschattung mag der Huflattich nicht. Auch säurehaltiges Rindenmulch, Hackschnitzel und Sägemehl auf Wegen kommen nicht gut bei ihm an. Und wenn er dennoch wieder mal übermütig wird, ziehe ich ihn einfach an den Ohren heraus. So haben wir ein paar Regeln vereinbart und kommen seitdem gut miteinander klar. 🙂

Ich finde, Huflattich muss unbedingt in den Garten, wenn man etwas mehr Platz hat. Er ist ein willkommener Frühblüher, der viele und vor allem sehr verschiedene Insekten anzieht. Seine sehr schönen, großen herzförmigen Blätter zeigen sich erst nach der Blüte. Und auch diese sind wertvolles Futter für unsere Insektenwelt und für ein paar besonders bedrohte Schmetterlingsarten. Alles kann hier verwertet werden, sogar die silbern glänzende Wolle der Unterseite des Huflattichblattes, aus der Wollbienen kuschelige Nester bauen.

HUFLATTICH (Tussilago farfara)

Ordnung Asternartige
Familie Korbblütler
Unterfamilie Asteroideae
Gattung Huflattich (Tussilago)
Art Huflattich

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