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STECKBRIEF: ACKER-WITWENBLUME

ACKER-WITWENBLUME (Knautia arvensis)

Heute brauche ich mal etwas Farbe an diesem grauen Februar-Wochenende. Also her mit den Bildern von Acker- oder Wiesen-Witwenblumen, bevor sie im Archiv verstauben. Diese Pflanze solltest du unbedingt anpflanzen! Dieser Korbblütler ist nicht nur bei mir, sondern auch bei einer Vielzahl von Insekten beliebt, darunter Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und sogar Fliegen. Pollen und Nektar der Witwenblumen müssen wahre Leckerbissen sein. Letzten Sommer konnte ich einige Beweisfotos schießen. Dabei habe ich versucht die Blüten immer mit einem anderen Insekt zu fotografieren.  

ACKER-WITWENBLUME (Knautia arvensis)

Ordnung Kardenartige
Familie Geißblattgewächse
Unterfamilie Kardengewächse
Gattung Witwenblumen
Art Acker-Witwenblume

Auf der Acker-Witwenblume lassen sich eine Vielzahl von Wildbienenarten beobachten, darunter Hummeln und viele andere Wildbienen, die auf den ersten Blick mit einer Honigbiene verwechselt werden können. Diese Arten variieren nicht nur in ihrer Größe, die von nur 1,3 mm bis zu drei Zentimetern reicht, sondern auch in ihrer Färbung oder Musterung sowie in ihrer Nistweise.

Witwenblumen sind auch für Käfer wie Marienkäfer und den Gewöhnlichen Bienenkäfer attraktiv. Der Marienkäfer hier im Bild interessiert sich vermutlich weniger für die Blüten als vielmehr für die Läuse. Selbst die großen, grünmetallisch schimmernden Rosenkäfer können den schönen, blauen Blüten nicht widerstehen, auch wenn sich die zarten Blütenstiele bedenklich unter ihrem Gewicht biegen. Schade, dass ich davon kein Bild gefunden habe.

Da Witwenblumen sehr ausdauernd blühen und bei einem Rückschnitt im Sommer noch einmal durchtreiben und dann bis zum ersten Frost blühen können, sind die Blüten eine wichtige Futterquelle. Schmetterlinge wie Tagpfauenaugen, Schwalbenschwänze, Weißlinge und Ochsenaugen lieben sie als Nektar-Tankstelle.

Für Schmetterlinge sind aber nicht nur die Blüten mit Pollen und Nektar wichtig, sondern auch die Blätter als Futterquelle. Die Blätter der Witwenblume werden von mehreren Schmetterlingsarten als Raupenfutterpflanze genutzt, wie zum Beispiel der Skabiosen-Scheckenfalter (Eurodryas aurinia) und der Skabiosenschwärmer (Hemaris tityus).

An den Blüten der Witwenblume habe ich letzten Sommer den schönen gelben Weißklee-Gelbling erwischt. Dieser wird auch als Goldene Acht bezeichnet, da die beiden unterschiedlich großen Punkte auf den Flügeln eine Acht bilden. Auch das braune Ochsenauge (wer hat sich nur solchen Namen ausgedacht!), mit schwarzem Punkt und Bänderung, sowie das farbenfrohe Tagpfauenauge scheinen die Witwenblume zu mögen.

Selbst zahlreiche Fliegen werden von Witwenblumen angezogen, wie hier zum Beispiel eine Schwebfliege und eine Tanzfliege mit ihrem winzigen Kopf und im Verhältnis dazu langen Saugrüssel. Die Witwenblume, auf der die Tanzfliege sitzt, ist wahrscheinlich die etwas blasser blühende Wald-Witwenblume, die sich gerade erst öffnet.

Auch Läuse kann man an Stielen von Witwenblumen an nährstoffreichen und feuchteren Standorten vermehrt beobachten, da Läuse „saftigere“ Pflanzen bevorzugen. Dann gesellt sich auch bald der ein oder andere Marienkäfer dazu, der diese zum Fressen gernhat. Ameisen haben es dagegen auf die Ölkörper der Samenstände der Acker-Witwenblume abgesehen und schleppen diese als Futter Richtung Ameisenbau. Auf dem Weg dahin geht das ein oder andere Samenkorn verloren, vielleicht weil Ameisen irgendwann mal keine Lust auf die schwere Schlepperei haben oder etwas vergesslich sind. Das muss öfter vorkommen, als man denkt, denn immer wieder schaffen es neue Pflanzen der Witwenblume an völlig anderer Stelle zu keimen. Vielleicht haben sie auch einfach eine Eselsgeduld, denn die Samen sind über 30 Jahre lagerfähig.

Sieht auch im Beet gut aus: Die Acker-Witwenblume hier in Gesellschaft mit der Gewöhnlichen Nachtviole (Hesperis matronalis) und einer weißblütigen Pfirsichblättrigen Glockenblume (Campanula persicifolia).

Witwenblumen in Kombination mit dem hellgelben Färberwau auf einer Impfinsel. Eine was? – Eine Impfinsel. Etwas Geduld, das wird im nächsten Beitrag erklärt, oder du kannst es bereits jetzt in meinem Buch „SO GEHT NATURGARTEN – DIE BESTEN GARTENELEMENTE“ im Kapitel „Wiese“ nachlesen. 🙂

Ansicht einer blühenden Impfinsel mit Totholz

… und das ist Tiga, die einst ein Tiger war 🙂 ↑

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