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DER GRÖSSTE MEISENKNÖDEL DER WELT

Dein Naturgarten, der größte Meisenknödel der Welt

Was gibt es eigentlich beim Zaunkönig zum Frühstück? Welchen „Tee“ schlürft Frau Amsel gegen aufkommenden Schnabelschnupfen, und welche Bitter- und Schleimstoffe helfen bei vermutlich widerspenstig und quer im Magen liegenden Käferflügeln? Ich habe da leider keine Ahnung. Wahrscheinlich weiß das jede Vogelart und jeder einzelne Vogel selbst am besten. Zum Beispiel, welche fetten Samen und welche dicken Raupen gut für den Aufbau von Winterspeck sind, was bei der unermüdlichen Futtersuche während der Aufzucht der Jungen für die Energie- und Vitaminversorgung notwendig ist, was kräftige Flügel gibt und natürlich auch, was besonders gut schmeckt.

Alle diese schönen Fotos von Vögeln und Raupen stammen von Willi Mayer.

Vielen Dank Willi!

Die sind bestimmt besonders saftige Leckerbissen für unsere Singvögel 🙂

Die Raupen des Großen Kohlweißlings (Pieris brassicae) scheinen zu glauben, dass ich die rote Friesische Palme, eine Art Grünkohl, nur für sie angebaut habe. Ist in Ordnung, dann teilen wir eben.

Mit einem Naturgarten bietest du eine breite Palette an artgerechten, vielfältigen Futtermöglichkeiten, eine integrierte Apotheke sowie Nist- und Lebensraum – das Rundum-Wohlfühlpaket für unsere gefiederten Freunde. Da kommen sowohl die „vegetarischen“ als auch die insektenfressenden Vögel gleichermaßen auf ihre Kosten.

Der Schlüssel dazu sind viele verschiedene Kräuter, Gräser, Sträucher und Bäume, die auf unsere regionale Tierwelt abgestimmt sind. Einheimische Pflanzen ziehen eine Vielzahl von Insektenarten an, die im Naturgarten ebenfalls Nahrung und Lebensraum finden – viele Insekten für Vögel, aber auch für die selten gewordenen Fledermäuse.

Stieglitze (Carduelis carduelis) auf einer Sonnenblume (Helianthus annuus), einer  Gewöhnlichen Nachtkerze (Oenothera biennis) und vermutlich auf dem Samenstand einer Agastache (Agastache rugosa)

Ergiebige Futterquellen für Vögel sind beispielsweise Sonnenblumen, Hirsearten, Königskerzen, Sonnenhüte und Nachtkerzen. Auch Salatsamen sind ein wahrer Leckerbissen. Gerade Finkenarten fliegen darauf und lassen sich so sehr schön beobachten. Es gab schon Jahre, in denen ich kein einziges Korn seltener Salatsorten für meine Salatanzucht retten konnte.

Auch Wiesen, Weges- oder Ackerränder können ergiebige Futterquellen darstellen, wenn man sie nur ein- bis zweimal im Jahr mäht, dabei die Gräser abreifen lässt und das Schnittgut etwas liegen lässt, damit sich die Samen lösen können.

Die beiden Bilder unten zeigen wiederum zwei Stieglitze auf einer Gewöhnliche Wegwarte (Cichorium intybus) und einer Schwarzen Flockenblume (Centaurea nigra).

Es lohnt sich auf jeden Fall auch früchtetragende Sträucher und Bäume zu pflanzen. „Vergesse“ bei der Ernte im Herbst auch den ein oder anderen Apfel. Vögel freuen sich im Winter darüber.

Selbst dekorative Blumen- und Kräuterbeete können Vögeln eine wertvolle Unterstützung bieten. Obwohl es zunächst ungewohnt erscheinen mag, können gerade die Stauden und ihre Samenstände im Winter einen wichtigen Beitrag zur Nahrungssuche der Vögel leisten. Durch den Rückschnitt im Frühjahr schaffen wir eine natürliche Futterquelle für die gefiederten Besucher. So finden sie auch in den kalten Monaten Samen und überwinternde Insekten, die für ihre Ernährung wichtig sind.

Reife Samenstände im Blumenbeet:

  1. Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)*
  2. Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum)*
  3. Agastache (Agastache rugosa)
  4. Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea)
  5. Kandelaber-Eisenkrauts (Verbena hastata)

* einheimisch

Auch die Samen von nicht-einheimischen Pflanzen werden gerne von Vögeln gefressen, sind jedoch meist nicht für unsere heimischen Tierarten nutzbar.

Effektiv ist es auch, „Unkräuter“ über den Winter in den Beeten wachsen zu lassen, bis die Reihen neu eingesät oder gepflanzt werden. Wildkräuter im Beet decken den Boden ab, was ihn schützt und feucht hält und das Bodenleben aktiviert. Unter den Blättern sammeln sich zudem kleine Schnecken, Raupen, Käfer – noch mehr Vogelfutter!

Die azurblauen Vergissmeinnicht-Polster sind eines meiner „Lieblings-Unkräuter“ im Gemüsebeet. Sie dürfen lange stehen bleiben und sich munter versamen.

Nun gibt es nur noch ein Problem!

Auch wenn du bereits einen Naturgarten hast oder sofort damit startest: Es gibt leider noch viel zu wenige Naturgärten. Unsere heimischen Vögel können nicht warten, bis viele, viele wunderschöne Naturgärten entstehen. Da inzwischen über 2/3 der Insekten verschwunden sind und die Landschaft für Wildtiere allgemein zunehmend weniger Nahrung und Lebensraum bietet, ist eine zusätzliche Fütterung sehr sinnvoll, ja notwendig, um die verbliebenen Vogelbestände zu erhalten.

Füttere Vögel daher bitte durch zahlreiche Pflanzen in deinen Garten und zusätzlich mit hochwertigem Vogelfutter!

Wie man Vögel richtig füttert verrät dir ein Experte in einem kommenden Blogbeitrag.

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